Zoom auf Bioregional!

Einblicke in ökologische Betriebe entlang der Wertschöpfungskette rund um Uelzen

Mehr als ein Dutzend spannende Vorträge von Öko-Aktiven aus dem Landkreis Uelzen fanden am 26. November im Rahmen des 5. Dienstleistungskongresses der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften beim ersten digitalen Öko-Forum der Öko-Modellregion eine große Zuhörerschaft. Das Themenspektrum reichte von Boden, Saat- und Tierzucht über Getreide- und Gemüseanbau bis hin zur Weiterverarbeitung von ökologisch erzeugten Rohstoffen, der Handelsentwicklung im Biosektor und Öko-Tourismus.
Von 9.00 bis 18.00 Uhr hatten Interessierte die Möglichkeit, kostenlos und anonym vielfältige Einblicke in ökologische Wertschöpfungsketten im Landkreis Uelzen zu bekommen und sich per Zoom bequem zu jedem Zeitpunkt und je nach Interessenslage in die Online-Konferenz einzuschalten.


Von Bodenleben, Humus und Kompostwirtschaft berichtete Jakob Schererz, Biolandwirt und Geschäftsführer vom Bauckhof Stütensen und verschaffte mit seinem Impulsvortrag den ZuschauerInnen einen faszinierenden Einblick in unser aller Lebensgrundlage, den Boden.

Weiter ging es mit einem spannenden Beitrag von Carsten Bauck vom Bauckhof Klein Süstedt, einem Bio-Pionierbetrieb, der sich u.a. in der Brudertier-Initiative und in der ökologischen Tierzucht (Zweinutzungsrassen) engagiert.

Dr. Karl-Josef Mueller von der Cultivari Getreidezüchtungsforschung Darzau berichtete in seinem Impulsvortrag wie unter biologisch-dynamischen Anbaubedingungen neue Sorten für den Ökolandbau entwickelt werden.

Querfeldein durch die Kulturen ging es dann im Vortrag von Reiner Bohnhorst von den Biohöfen Oldendorf, der gemeinsam mit Per Morten Haram im Schwerpunkt im Kartoffeln, aber u.a. auch Getreide für die Weiterverarbeitung und zur Saatgutvermehrung anbaut. Seit 2019 haben die Biohöfe Oldendorf außerdem mit dem Feldgemüseanbau begonnen.

Wie vielfältig Biolandwirtschaft sein kann, das bewiesen auch Anke Hennings und Hanne Lene Elbers vom Elbers Hof. Über 100 verschiedene Kräuter, Gemüse- und Salat-Kulturen werden dort angebaut, zudem Kartoffeln, Zuckermais und Futtergetreide für die eigene Tierhaltung. Seit Anfang der 1990er Jahre überzeugt der Elbers Hof auch überregional mit seinem Abokisten-Lieferservice.

Matthias Kohlmann, Geschäftsführer der Bohlsener Mühle gab anschließend Einblicke in die nachhaltige Wirtschaftsweise des überregional bekannten Bio-Betriebs, der nicht nur Mehle, Grieß, Flocken und Schrot produziert, sondern auch Kekse und Snäckebrote, Müsli und Cerealien, Burger- und Falafelmischungen herstellt und in der eigenen Frischebäckerei jeden Tag für frische Brote, Brötchen und Kuchen sorgt.

Auch in Rosche bei der Bauckhof Mühle wird schon lange erfolgreich in Bioqualität gemüllert. Über die Herstellung von Flocken, Müsli, Backmischungen und über die hochmoderne neue Mühle, in der der Naturkost-Pionier vor allem Hafer und andere glutenfreie Rohstoffe weiterverarbeitet, darüber berichtete Friedemann Wecker in seinem spannenden Vortrag.

Beim Input von Nora Mannhardt, die die Zuhörerschaft mit in ihren Arbeitsalltag in der Schaukäserei des Bauckhofs Amelinghausen nahm, konnte einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Das Bio-Käsesortiment mit über 20 Sorten wird dort handgefertigt und umfasst verschiedene Schnitt-, Hart und Weichkäse.

Torsten Bunge von Nabuko- Bio-Großverbraucher-Service teilte sein breites Bio-Wissen im Bereich der Außer-Haus-Verpflegung. Nabuko beliefert Kantinen und Mensen vornehmlich im Großraum Hamburg mit küchenfertigem Ready-Cut-Gemüse und weiteren hochwertigen Bioprodukten und handelt bereits seit 1993 Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau.

Wer Wissenswertes über Bio-Kaffee und seine schonende Röstung erfahren wollte, kam beim Beitrag von Marvin Linus Kröger auf seine Kosten. Dieser sprach über die Neugründung seiner Bio-Kaffeerösterei „Linus-Kaffee“ in Barnsen und über die Welt des Bio-Kaffees.

Dass Öko und Tourismus in Uelzen erfolgreich Hand in Hand gehen können, wusste Thomas Körding vom Uhlenköper-Camp und vom Hotel Johnsburg über sein Konzept des ökologisch orientierten Freizeit- und Urlaubserlebens zu berichten.

Kartoffelfans kamen anschließend in den Genuss von Karsten Ellenbergs informativen Vortrag über die ökologische Kartoffelzucht. „Ellenbergs Kartoffelvielfalt“ umfasst über 100 Sorten Speise- und Pflanzkartoffeln, etwa 35 davon sind dauerhaft im Hofladen verfügbar.

Wie die Idee eines Öko-Regional-Regals für den LEH im Landkreis Uelzen umgesetzt wird, welche Prozessschritte bisher dafür gegangen und welche Hürden genommen werden mussten, berichteten Eva Neuls und Christiane Kania-Feistkorn vom Projektmanagement der Öko-Modellregion Heideregion Uelzen.

Henning Niemann, Verarbeiter- und Handelsberater vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen warf in seinem Impulsvortrag anschließend einen Blick auf die boomende Handelsentwicklung im Bio-Bereich und beleuchtete dabei unterschiedliche Warengruppen.

Abschließend rundete Dr. Jürgen Grocholl, Leiter der Bezirkstelle Uelzen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Projektträger der ÖMR Heideregion Uelzen mit seinem Vortrag zur Entwicklung des Ökolandbaus des Landkreises Uelzen (Präsentation) die Veranstaltung ab.


Moderiert wurde das 1. digitale Öko-Forum der Öko-Modellregion Heideregion Uelzen von Prof. Dr. Markus Launer, Ostfalia Hochschule in Suderburg sowie Eva Neuls und Christiane Kania-Feistkorn vom Projektmanagement der ÖMR Heideregion Uelzen.

Ihr konntet nicht live dabei sein? Macht nichts: Die Beiträge findet Ihr in in unserem Showroom


Der Dienstleistungskongress der Ostfalia Hochschule Suderburg fand in diesem Jahr zum fünften Mal statt und gliederte sich in drei Tage. Am 24./25.November fanden bereits –ebenfalls Online- akademische Forschungsworkshops und internationale Vorträge statt, um Professoren, Forscher und Studenten aus aller Welt und der Region Uelzen zum internationalen Wissensaustausch zusammenzubringen. Das dauerhafte Thema des Dienstleistungskongresses ist DIGITALES VERTRAUEN & INTUITION @ the Workplace. Der dritte Tag des Kongresses (26.November) war regional ausgerichtet und widmete sich in diesem Jahr in Kooperation mit der Öko-Modellregion dem Thema Öko-Ernährungskette.

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