Nährstoffmanagement beschäftigt Öko-Neulinge ebenso wie „alte Hasen“

Nachbericht: Nährstoff-Think-Tank der Öko-Modellregion Heideregion Uelzen.

Während der Konzeptionsphase unserer Öko-Modellregion war der Nährstoff-Think-Tank bereits Thema und ist ein Baustein unserer Handlungsfelder. Wir haben engagierte Öko-Aktive aus verschiedenen Arbeitsbereichen eingeladen am Konzept mitzuwirken. So auch Sönke Strampe von Sönkes Süßkartoffeln. Er war 2019 noch mitten in der Umstellung und für ihn, wie für jeden Umstellerbetrieb und jeden alten „Öko“-Hasen, ist die Nährstoffversorgung des Bodens und der Kulturen ein wichtiges Themenfeld, an dem auch stetig weiter geforscht wird. Dazu gab uns Stefan Junge, Universität Kassel Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz im Feld, einen interessanten Einblick in seine Forschung zum regenerativen Kartoffelanbau „Nährstoffversorgung im System“. Vorab erklärte er die vier Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft vor: Die kontinuierliche Weiterentwicklung bäuerlicher Innovationen; Nutzung und Verbesserung verwendeter Ressourcen wie Boden, Wasser und Biodiversität; lokalspezifische holistische Ansätze zu finden bei der Planung des Anbaus und die Verbesserung der sozialen und ökonomischen Beziehungen aller Beteiligten. Im Rahmen des Nährstoff-Think-Tanks stellte er seine aktuelle Forschungsarbeit VORAN  (Verbesserung Oekologischer Fruchtfolgen mit Transfermulch für ein Regeneratives, Angepasstes Nährstoffmanagement) mit ersten Ergebnissen vor. In dem Projekt spielt die reduzierte Bodenbearbeitung eine wichtige Rolle, wie auch der Anbau der Zwischenfrüchte und die Verwendung von Transfermulch. Der Transfermulch ist tote organische Masse, die von einer Geberfläche auf eine Nehmerfläche gebracht wird – zum Beispiel Stroh, Kleegras oder andere Gründünger. Da die Forschungsreihe noch nicht abgeschlossen ist, hat Junge die ersten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen präsentiert. Wir sind alle sehr gespannt auf die Abschlussergebnisse.

Mit freundlicher Genehmigung der Fachzeitschrift „Landwirtschaft ohne Pflug“ können wir Interessierten hier den 2020 erschienen Beitrag von Stephan Junge „Kartoffeln pfluglos anbauen“ zum Nachlesen zur Verfügung stellen.

Des Weiteren haben Öko-Landwirt Sönke Strampe und Jörg-Wilhelm Ostermann aus ihrer Praxis berichtet. Beide Betriebe haben erst vor ein paar Jahren ihre Umstellung auf Ökolandbau vorgenommen. Jörg-Wilhelm Ostermann hat insbesondere nochmal auf die Bedeutung Nutztierhaltung auf dem Betrieb hingewiesen, da der Mist ein wertvoller Bestandteil im Nährstoffmanagement darstellt. Martin Schochow vom Fachbereich Ökologischer Landbau der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat einen breiten Einblick in die Düngeverordnung im Ökolandbau gegeben und darüber aufgeklärt, auf welche Nährstoffe und Nährstoffquellen Betriebe zurückgreifen dürfen. 

Zur Präsentation

Wilfried Stegmann vom KÖN (Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen) hat vom Praxisforschungsprojekt „NutriNet“ berichtet, das sich umfassend mit dem Nährstoffmanagement im Ökolandbau beschäftigt. In sechs regionalen Netzwerken mit je zehn Betrieben, eines davon in Niedersachsen, werden die Betriebe in der Praxis begleitet. Feldversuche, Boden- und Pflanzenuntersuchungen und detaillierte Datenerfassung in den Betrieben sind die Grundlage der Arbeit. Besonders geschätzt wird von allen Beteiligten der Projektbaustein „Field Schools“, in dem Erkenntnisse ausgetauscht und gemeinsam weiterentwickelt werden.

Zur Präsentation

Dr. Jürgen Grocholl, Leiter der Bezirksstelle Uelzen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, hat einen kurzen Überblick über den Ökolandbau in unserer Region gegeben.

Zur Präsentation

Aufgrund der pandemischen Lage wurde die Veranstaltung Online per Teams durchgeführt. Rund vierzig Teilnehmende hatten bei der kostenlosen Halbtages-Veranstaltung die Möglichkeit bei fünf spannenden Vorträgen dabei zu sein, den Referenten Fragen zu stellen und Denkanstöße mitzunehmen.

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